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 DRK-Landesverband Brandenburg e.V.
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Gesichter der Flüchtlingshilfe
Die einen haben den Krieg gesehen, der sie gezwungen hat, ihre Heimat zu verlassen. Nun fangen sie von Null an. Die anderen heißen Schutzsuchende willkommen und setzen sich dafür ein, ihnen einen menschenwürdigen Start in Deutschland zu ermöglichen. Hinter den Zahlen und Abläufen der Flüchtlingshilfe stehen persönliche Schicksale, Hoffnungen und Gesichter. Wir stellen Ihnen Menschen der Flüchtlingshilfe vor.
„Unsere Kinder sollen in Frieden aufwachsen“ - Heba F. und Mohamad A.
Der Krieg zwang Heba F. und Mohamad A., Syrien hinter sich zu lassen, denn ihre zwei kleinen Söhne sollten es einmal besser haben als sie und in Frieden aufwachsen. Doch mit der Flucht war ihr Leid nicht vorbei. „Wir dachten, es kann nicht schlimmer kommen. Aber hätte ich gewusst, wie schrecklich die Überfahrt wird, wie brutal und menschenverachtend die Schleuser sind, ich wäre lieber in meinem Heimatort gestorben“, sagt Heba F. Heute wohnen sie im Flüchtlingsheim des DRK in Brandenburg an der Havel und sind glücklich, in Frieden zu sein. „Wir sind so froh, hier zu sein. Die Deutschen sind so hilfsbereit und kinderfreundlich“, sagt Mohamad. „Ich möchte den Deutschen gerne etwas zurückgeben, mich bedanken für die Unterstützung.“

In den Ferien ein Camp aufbauen – Christian Piel
Als die Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt voll ist, wird das DRK vom Land Brandenburg beauftragt, eine Notunterkunft für 500 Flüchtlinge zu errichten. Christian Piel setzt diesen Auftrag um – in der Ausbildung zum Erzieher hat er gerade sechs Wochen Ferien. Zunächst ist der 26-Jährige mit anderen Helfern verantwortlich für die Versorgung der Einsatzkräfte, danach ist er Bauleiter und verhandelt mit Elektrikern, Lieferanten sowie Wasserwerken. Innerhalb einer Woche können die ersten Flüchtlinge einziehen. Die Stimmung unter Bewohnern und Helfern ist gut: „Es gibt keine Berührungsängste. Abends dreht das Team gemeinsam eine Runde durchs Camp, alle grüßen freundlich, wünschen eine gute Nacht und manchmal werden wir in die Zelte eingeladen“, sagt Christian Piehl.

Vom Rothalbmondhelfer zum Flüchtling – Akram Hejazi
Akram Hejazi war ein Student mit Träumen und Zielen. Dann brach in seiner Heimat Syrien der Krieg aus. „Die ruhigen Gebiete waren mit Flüchtlingen überfüllt, es gab keine Unterkünfte mehr“, erzählt er. „Man hat gesehen, wie Bürger sich gegenseitig mit Eifer und Freude geholfen haben, wie die Bewohner der ruhigen Gebiete ihre Türen für Fremde aus den umkämpften Gebieten öffneten, sie herzlich aufnahmen und als Geschwister behandelten. Es gab Menschen, deren schlechte Lebenslage mit Worten nicht zu beschreiben ist.“ Weil er nicht tatenlos zusehen wollte, wurde der 26-Jährige Helfer beim Syrisch Arabischen Roten Halbmond, bis er schließlich selbst zum Flüchtling wurde. Er ist froh, in der Notunterkunft des DRK in Eisenhüttenstadt Zuflucht gefunden zu haben: „Ich bin stolz darauf, Menschen von der anderen Seite der Welt zu treffen, die nach denselben Grundsätzen arbeiten, wie ich zuvor in Syrien. Die sieben Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmondfamilie vereinen ihre Helfer in allen Regionen der Welt.“

Muhammed und Hivron sind frisch verheiratet
„Mein Name ist Muhammed und das ist meine Frau Hivron. Wir haben vor einem Monat in Damaskus in Syrien geheiratet. Aber gleich nach unserer Hochzeit sind wir nach Beirut im Libanon geflohen. Von dort aus weiter in die Türkei und mit dem Boot von Izmir nach Lesbos in Griechenland.
Es tut mir leid, dass wir uns nur von hinten fotografieren lassen. Der Grund ist, dass wir beide noch immer Verwandte und Freunde in Syrien haben. Sie könnten ernste Probleme bekommen, wenn die falschen Leute sehen, dass wir aus Syrien geflohen sind.
Vor dem Krieg hatten wir beide einen guten Job und alles war in Ordnung. Aber der Krieg hat alles verändert, sogar die Menschen.
Wir hatten ein schlimmes, frustrierendes Erlebnis auf der Flucht. Ich habe meine Frau in Kroatien verloren. Bei der Registrierung an der kroatischen Grenze herrschten chaotische Zustände. Wir wurden getrennt, Beamte drängten mich in den Zug – ohne meine Frau. Zum Glück konnte ich einem Mitarbeiter vom kroatischen Roten Kreuz erklären, was passiert ist. Aber ich wusste nicht, wann ich meine liebe Frau wiedersehen würde. Der Suchdienst vom Kroatischen Roten Kreuz hat die Kollegen vom Slowenischen Roten Kreuz informiert, dass eine Frau vermisst wird und ihr Mann bald in Slowenien eintreffen wird. Der Suchdienst vom Roten Kreuz hat es tatsächlich geschafft, meine Frau in Kroatien zu finden. An der Grenze zu Österreich haben mich die Mitarbeiter vom Slowenischen Roten Kreuz aufgehalten und zwei Tage später kam meine Frau dort an. Sie können sich vorstellen, wie glücklich und dankbar wir den Mitarbeitern vom Roten Kreuz sind.“

Zurzeit sind sie in der DRK-Erstaufnahmeeinrichtung in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee untergebracht.

Aufzeichnung: Hannu-Pekka Laiho/ Finnisches Rotes Kreuz
© Foto: Jarkko Mikkonen/ Finnisches Rotes Kreuz